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9.12., 20:00 Uhr, Abendkasse 13 Euro
FAi BABA + J&L DEFER
Vorverkauf: 10,00 Euro + Gebühren im Underdog Recordstore

Psych Pop & Free Pop Adventure aus Zürich und Sisterland

Wie Fai Baba wirklich heißt, ist unerheblich. Der Musiker aus Zürich ist ein Hochstapler. „Ich habe viele Namen,“ feixt er. Man würde dem jungen Mann ohnehin alles glauben, da ist ein gefährlicher Charme.

Selbst ob er aus der Schweiz kommt, ist fraglich, klingt das neue Album »Sad & Horny« doch wie ein Direktimport des L.A.-Psych. Zumindest auf Platte, live entwirft Fai Baba seine Musik stets als etwas, das sich in der spontanen Situation seine Form sucht – mal alleine, mal zu zweit, mal mit Band.

Und das treibt den Musiker bisweilen in luftige Höhen. Das Kabel der Gitarre jedoch, die ja Strom braucht, Verstärkung sucht, hält ihn in der Stadt. Nicht immer am Boden, aber in der Stadt! In ihrer Summe jedoch fahren die Stücke aufs Land, gefühlt Richtung Südstaaten.

Fai Baba blickt auf dieser Reise zurück auf eine lange, musikalische Geschichte: fünf Alben sind seit 2010 unter dem Baba-moniker entstanden, »Sad & Horny« mitgezählt. Drei Platten davon, die er selbst als weird bezeichnet (Drumloops, Kassettenrecorder, Isolation), dann eins mit einer kompletten Band, und jetzt: »Sad & Horny«. Die Songs haben sich Zeit gelassen, klingen trotzdem oft erfrischend situativ – und obwohl sie sich alle derselben Intensität verpflichten, beleuchten sie gänzlich unterschiedliche Gemütszustände.

So ist auch der Titel des Albums bezeichnend, gibt es doch eindeutig nachdenkliche, traurige Stücke, die Fai Baba alleine geschrieben hat, und dann einen überwiegenden Part, der einer anderen Energie folgt.

Dafür ist der Gitarrist und Sänger nicht allein verantwortlich. Das charmante und stets souveräne Tempo der Platte liegt nicht zuletzt darin begründet, dass er sich den meistbeschäftigten Trommler (Qualitätsurteil!) Zürichs dazu geholt hat, Anfang 2016 war das, um mit ihm weiter an den Songs zu arbeiten: Domi Chansorn kommt in einem Monat manchmal auf 30 Konzerte, weil er es eben kann. Und spielt nach eigener Aussage keinen Rhythmus – er spielt Musik. Vielleicht klingen auch deshalb die sechs Stücke, die er mit Baba produziert hat, eher horny als sad, was dem Album ein aufregendes Spannungsverhältnis einschreibt. Da haben sich zwei gefunden, Klänge aus einem Guss zu gießen, in der Situation entstehen zu lassen, sie flexibel zu halten und als etwas Lebendiges zu begreifen.

Als etwas, das sogar vom Publikum beeinflusst werden kann – egal, ob nur mit Gitarre, einem Schlagzeug oder gar Bass und Piano auf der Bühne! Die Fotografie auf dem Cover zeigt die beiden folglich als musikalische Partner – Chansorn mit verwegenem Blick und Fai Baba wie der junge Chet Baker.

Angestoßen wurde »Sad & Horny« durch eine geplante Zusammenarbeit mit einem Filmemacher, die Inspiration entstand in Stimmungen zwischen Film Noir und Roadmovie.

Der Film scheiterte, die Musik blieb: zwischen verdrogter Repetition und halligen, spürbaren Gitarren (»Find Me A Woman«), Jeff Buckley (»Nobody But You«), dabei stets auch ziemlich haunted zwischen Iggy und Bowie, der musikalischen Stilsicherheit von Deerhunter (»Don’t Belong Here«), treibend-progressiver Klaus Dinger-Dynamik (»Can’t Get Over You«) und einem nicht zu leugnenden Beatles-Einschlag etwa auf »Geographical Tongue«, freut man sich beim Hören ohne Unterlass, dass Fai Baba nicht BWL studiert hat. »Straight Man«, das letzte Stück, lässt einen dann mit schmunzelnder Begeisterung zurück: Dieser Schurke schafft es sogar noch, einem Chris Isaak schmackhaft zu machen.